Projektgebiete in Hemmingen


 

Der Steinfeldsee im

Naturschutzgebiet (NSG)

„Leineaue zwischen Hannover und Ruthe“

 

Der NABU-HVV in Hemmingen betreut seit 1999 im Auftrag der

Region Hannover den Steinfeldsee im NSG „Leineaue zwischen

Hannover und Ruthe“.

 

Mithilfe gesucht für die jährl. Pflegearbeiten zwischen August und Oktober.

Ansprechpartnerin: Inge Scherber; Scherber.hemmingen (at) t-online.de

 

 

Rohrdommel am Steinfeldsee

Foto: S. Lange

 

 

Die zeitliche Entwicklung

Die Stadt Hemmingen hat das Kiesabbaugebiet 1996 mit Landesmitteln für den Naturschutz gekauft.

1999 stellte die damalige Bezirksregierung den Steinfeldsee unter Schutz und integrierte ihn in das damalige Naturschutzgebiet „Alte Leine“, denn schon bald nach Beendigung des Kiesabbaus hatte sich das Gewässer zu einem wertwollen Rastplatz für durchziehende und überwinternde Vögel entwickelt. Gänse, Enten, Säger, darunter auch immerwieder seltene Arten, rasten in großer Zahl im Winter und während der Zugzeit auf dem Steinfeldsee. Nach den Kriterien der Staatlichen Vogelschutzwarte ist er daher ein „Gastvogellebensraum von landesweiter Bedeutung“.

 

Der Steinfeldsee ist seit seiner Unterschutzstellung das einzige Gewässer in Hemmingen, das keiner menschlichen Nutzung unterliegt, sondern ausschließlich dem Naturschutz dient.

 

Im Jahr 2000 führte der NABU-HVV mit finanzieller Unterstützung durch die Stadt Hemmingen größere Biotopgestaltungsmaßnahmen in mehreren Uferbereichen durch: Es wurden nachträglich Buchten, Halbinseln und Flachwasserzonen gestaltet. Hier entwickelten sich Schilfbereiche und damit Lebensraum nicht nur für Amphibien,

Fische und Wasserinsekten, sondern vor allem auch für Vogelarten, die unbedingt Röhricht benötigen, wie Rohrammer, Teich- und Drosselrohrsänger sowie das Blaukehlchen. Seit einigen Jahren überwintern regelmäßig eine, in manchen Jahren auch

zwei Große Rohrdommeln im Schilf des Steinfeldsees.

 

Einige Bereiche am See werden seit drei Jahren von einer kleinen Skuddenherde, einer alten und sehr anspruchslosen Schafrasse, so weit von Büschen und Bäumen freigehalten, dass eine halboffene Landschaft mit einzelnen Dornenbüschen entstanden ist. Es ist ein idealer Lebensraum für die Neuntöter und Wendehals, die sich inzwischen dort angesiedelt haben. Auch Grau- und Grünspechte nutzen die durch Schafbeweidung kurzrasigen Flächen zur Nahrungssuche.

 

Der ehemalige Kiessee sollte laut Verordnung ursprünglich einer natürlichen Sukzession überlassen werden. Schon bald entstanden an seinen Ufern buntblühende und insektenreiche Brachflächen, die Amphibien und Vögeln reichlich Nahrung bieten. Inzwischen brüten dort drei bis vier Neuntöterpaare. Seit 2023 auch ein Wendehalspaar.

 

2010 wurden durch den NABU-HVV zusätzlich zwei Amphibiengewässer im Steinfeldbereich angelegt.

 

 

Aktuelle Maßnahmen zur Biotoperhaltung und -verbesserung

Leider hat sich auf den Flächen auch die Kanadische Goldrute angesiedelt, die sich stark vermehrt hat und alle anderen Pflanzen zu überwuchern droht. Wir müssen eingreifen und die Goldrutenbestände regelmäßig mähen. Unterstützt werden

wir dabei von einer kleinen Schafherde, die zur Landschaftspflege am Steinfeldsee eingesetzt wird. Die Schafe fressen zwar Goldrute, aber leider nicht genügend und so müssen wir jedes Jahr wieder mit der Sense nachhelfen.

 

Einige Bäume im Uferbereich wurden so groß, dass sie das Schilf allmählich beschatteten und es dadurch zu verdrängen drohten. Wir haben daher seit Herbst 2015 Ufergehölze wie Weiden und Pappeln nach Abstimmung mit der Region Hannover angesägt und mit den Kronen voran ins Wasser geworfen. Die Stadt Hemmingen hat diese Pflegemaßnahme weitgehend bezahlt, wofür wir uns noch einmal bedanken möchten. Es entstanden auf diese Weise nicht nur ein strukturreicheres Ufer, sondern auch Ruheplätze für Grau- und Silberreiher, Kormorane und Enten sowie ideale Ansitzwarten für Eisvögel und Habicht. Selbst ein Seeadler nutzt inzwischen die im Wasser liegenden Baumstämme, um nach Beute Ausschau zu halten.

 

 

Vogelbeobachtung melden und bei der Betreuung mithelfen

Von der neugestalteten Beobachtungshütte aus lassen sich die Vögel mit etwas Glück und Geduld beobachten, ohne dass sie dadurch gestört werden. Besondere Beobachtungen bitte bei ornitho.de eintragen oder direkt Inge Scherber mitteilen. Die Entwicklung eines Gebietes lässt sich auch an Hand des Vorkommens von Brut- und Gastvögeln beurteilen. Dazu müssen die Beobachtungen aber gemeldet und archiviert werden.

 

Mithilfe bei den jährlichen Pflegemaßnahmne ist sehr willkommen!

 

Ansprechpartnerin: Inge Scherber, hvv (at) nabu-hannover.de

6.12.2023

Fläche mit Goldrute

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Inge Scherber

Fläche nach Entfernung der Goldrute

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Inge Scherber

 Ansiedlung eines Neuntöterpaars nach Mahd

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Foto: Klaus Finn



Deveser Wiesen

 

Südlich des Hemminger Ortsteils Devese blieb innerhalb der weitgehend ausgeräumten und landwirtschaftlich intensiv genutzten Börde ein kleinstrukturierter Landschaftsbereich mit feuchten Wiesen, mehreren Tümpeln und Teichen, mit Hecken und kleinen naturnahen Waldstücken erhalten. Knapp vier Hektar davon sind seit mehr als 20 Jahren Pachtgebiet des NABU-HVV.

 

 

 

 

Wiesenschaumkraut auf der Pachtfläche

Foto: I. Scherber

 

Wir haben ein zweites größeres  Amphibiengewässer angelegt und damit bessere Lebensbedingungen für die dort vorkommenden  Erdkröten, Gras- und Teichfrösche, Berg-, Teich- und Kammmolche geschaffen, die im Frühling während der Fortpflanzung die Gewässer bevölkern. Den Rest des Jahres verbringen die meisten Amphibien auf den umliegenden feuchten Wiesen, in den Hecken und Wäldern, die sie hier gefahrlos erreichen können, ohne eine Straße überqueren zu müssen.

 

Die Wiesen werden weder gedüngt noch gespritzt sondern nur einmal jährlich gemäht. Auf Grund der schonenden Pflege haben sich Kuckuckslichtnelke, Wiesenschaumkraut, Scharfer Hahnenfuß, Wassergreiskraut und andere Wiesenblumen wieder ausgebreitet und bieten Hummeln, Bienen und Schmetterlingen Nahrung.

 

Wir haben aus heimischen Wildsträuchern Hecken gepflanzt, in denen Nachtigallen, Gelbspötter und  andere heckenbewohnende Vögel brüten, so auch seit Jahren der Neuntöter.

 

Erfreulicherweise wurden angrenzend an unsere Pachtfläche privat drei Hektar Wald und Weide für den Naturschutz angekauft und zwei Hektar als Ersatzmaßnahme für die neue Umgehungsstraße (B 3 neu) erworben und gestaltet. Dort wurden nochmals drei  Amphibiengewässer angelegt und breite Hecken gepflanzt.

 

Insgesamt konnten damit ca. neun Hektar für den Naturschutz gesichert werden. Die geplante Vernetzung mit dem Bürgerholz, einem naturnahen Laubmischwald, durch einen breiten Gehölzstreifen  ist eine weitere Ersatzmaßnahme für die neue Umgehungsstraße

 

Ansprechpartnerin: Inge Scherber;

Mail:                            Scherber.hemmingen (at) t-online.de

Tel:                              05101 4199