Eingestellt Do, 22.8.2019

 

NABU OG Sehnde informiert zu „Lebenswerten Vorgärten“

 

Der NABU Sehnde informiert am 24.08.2019 vormittags mit einem Infostand gegenüber des neuen Baugebiets „Kleines Öhr“ in Sehnde alle Interessierten.

 

Der NABU möchte durch Information und Beratung weitere Schottergärten im Stadtgebiet verhindern. Dazu wurde auch schon ein Antrag an die Stadt Sehnde gerichtet, der sich noch in der Bearbeitung

durch die Verwaltung befindet.

 

Die Veränderungen in unserer Umwelt sind mit Händen zu greifen.
Viele von uns erinnern sich noch an einen Sommer voller Summen und eine Feldflur voller bunter Wiesen. Doch das sind vielfach leider nur noch schöne und kostbare Erinnerungen. Die Wirklichkeit

sieht überwiegend anders aus. Nicht nur außerhalb der Städte, in der Flur, verarmt die Natur durch Übernutzung. Pestizide und „Grau statt Grün“ prägen immer mehr unsere innerstädtischen Vorgärten.
Das stattfindende Verschwinden vieler Arten aus unserer Mitte wird von der Wissenschaft als Bedrohung auf gleicher Ebene wie der Klimawandel eingestuft. Viele Biologen sehen das Artensterben als gefährlicher an.


Die Schottergärten sind sehr problematisch im Hinblick auf das Artensterben und hinsichtlich der

vom Baugesetzbuch geforderten Anpassung der bebauten Stadtflächen an den Klimawandel besteht dringender Handlungsbedarf. Stichworte sind hier fehlende Artenvielfalt, Versiegelung, Bodenschädigung, Kleinklima und Tendenz zum Gift- und Chemieeinsatz für die langfristige Pflege.

 

Durch die Herstellung einer Umgebung, in der kaum etwas leben kann, wird das eingetretene Artensterben beschleunigt. Nötig wären stattdessen naturnah gestaltete Vorgärten, als Refugium des Lebens in den besiedelten Gebieten.

 

Die Menschen, die gerade ein Grundstück erworben haben und bauen, stehen demnächst vor der Entscheidung, wie sie ihren Garten gestalten sollen.

 

Der NABU Sehnde ist überzeugt, dass das Aufzeigen von pflegeleichten Alternativen zum Schottergarten und die Sensibilisierung der Bevölkerung ein sehr erfolgversprechender Weg ist, um Schottergärten zu verhindern.

 

Auch hat kürzlich das Land Niedersachsen festgestellt (Kleine Anfrage der Grünen mit Antwort der Landesregierung vom 11.04.19, DS 18/3486), dass die bestehende Regelung des § 9 der niedersächsischen Baunutzungsverordnung, demnach auf den nicht überbauten Grundstücksteilen Grünflächen herzustellen sind, die Anlage von Schottergärten ausschließt.

 

Die Landesregierung vertritt also explizit die Auffassung das Schottergärten gegen schon bestehendes Bauordnungsrecht verstoßen und damit illegal sind. 

 

Ansprechpartner: Holger Klinkert, NABO OG Sehnde, NABU-OG-Sehnde (at) gmx.de

 

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Eingestellt: Di, 13.8.2019

 

 

NABU OG Sehnde im Insektensommer

 

 

Der zweite Teil der bundesweiten NABU-Aktion „Insektensommer“ ist angelaufen.Mitglieder der neuen NABU Ortsgruppe Sehnde waren in der Feldflur nördlich Sehnde zusammengekommen, um Daten für diese wichtige Citizen-Science Aktion des größten deutschen Naturschutzverbandes zu sammeln und ihre Artenkenntnisse zu erweitern.

 

Ziel des NABU Sehnde war zusätzlich auch zu schauen, wie die Maßnahme „BlühendesSehnde“ der Stadt Sehnde verläuft. Mithilfe von Stereomikroskopen, Kescher, Lupen und Smartphone-Apps wurde daher ein

 

Blühstreifen der Stadt an der Kommu alen Entlastungsstraße untersucht. Die Kinder und Erwachsenen kescherten und fotografierten im hochgewachsenen Blühstreifen mit Flockenblume und Co. und erlebten so die Welt der Insekten einmal hautnah und lebendig direkt in der Natur.

 

Durch die vom NABU gestellten Stereomikroskope mit bis zu 100facher Vergrößerung wurde die Faszination der Insekten ganz nah begreifbar und besonders die Kinder konnten sich für diese lebenswichtige Tiergruppe noch mehr begeistern.Die Gruppe nutzte auch die Insektenwelt-App des NABU um Tiere zu fotografieren, dann auch gleich zu bestimmen und an die Aktion „Insektensommer“ des NABU

Bundesverbands zu melden.

 

Bestätigt wurde die Wirksamkeit der guten Blühflächen- Maßnahme der Stadt. Die NABU-Aktiven fanden u.a. unzählige Hummeln verschiedener Arten, die zu den Wildbienen zählen, viele Wanzen, Grashüpfer, Zikaden, Kleinschmetterlinge und Fliegen. Besonderes Highlight war der Fund zweier riesiger Wespenspinnen, die gerade Beute in ihren Netzen machten. Spinnen sind zwar bekanntermaßen keine Insekten, aber auch wichtige Mitglieder des Ökosystems Wiese.

 

Die Artenvielfalt und Individuendichte war größer als sogar in den umliegenden noch vorhandenen Wegerandstreifen. Ein Wermutstropfen mischte sich aber unter die Freude über das vielfältige Summen und Krabbeln in der Blühfläche der Stadt. Die große Nähe zur Entlastungsstraße birgt die Gefahr, dass die nun hier lebenden oder nur nahrungssuchenden Insekten an unseren Autoscheiben enden. Daher rät der NABU Sehnde die zukünftigen Blühflächen nicht an großen Verkehrswegen anzulegen, um keine

ökologischen Fallen zu produzieren. Diese könnten langfristig die Insektenvorkommen

sogar schwächen.

 

Der NABU OG Sehnde wird diese erfolgreiche und interessante Aktion bestimmt im nächsten

„Insektensommer“ wiederholen. Dann auch für alle Naturinteressierten anbieten und so die

Insektenwelt ganz nah und begreifbar für Alle zu machen.

 

Die Aktion „Insektensommer“ des NABU läuft noch bis zum 11.August .

 

Weitere Informationen im Internet unter:

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/insektensommer

 

 

Ansprechpartner: Holger Klinkert, NABO OG Sehnde, NABU-OG-Sehnde (at) gmx.de